Die Therapie der Tropfen – ätherische Öle

LavendelstrausLavendel beruhigt, Eukalyptus
wirkt als Schmerzstiller,
Jasmin und Melisse sind gut gegen Stress.
Welche Wirkungen bestimmte
ätherische Öle haben und
wieso es besser ist, keine
gepanschte Billigware zu kaufen.

 

Den Stress einfach wegschnuppern?
Eine kleine Einreibung oder Inhalation gegen Husten und Schnupfen?
Raumbeduftung gegen Influenza-Viren?
„Ätherische Öle wirken tatsächlich. Ihre olfaktorischen und pharmakologischen Wirkungen
auf körperlicher und geistig-emotionaler Ebene sind durch zahlreiche Untersuchungen
der Grundlagenforschung, klinische Studien sowie durch Fallberichte bestätigt.

Aromalampe Büro

Zahlreiche ätherische Öle wurden bereits in europäische Arzneimittelbücher aufgenommen“,
sagt Wolfgang Steflitsch, Lungenfacharzt und Präsident der österreichischen Gesellschaft
für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege.

Der einfachste und erste Wirkmechanismus der ätherischen Öle erfolgt über das Riechen:
Über die Nase gelangen die Duftsignale, so Steflitsch, in das limbische System,
den Hypothalamus, den Thalamus und in andere Gehirnzentren.
Hier beeinflussen Duftstoffe unsere Gefühle und viele Körperfunktionen.

Zu den duftenden Stimmungsmachern zählen unter anderem Benzoe Siam,
Grapefruit, Kardamom, Limette, Mandarine, Myrte, Neroli, Orange,
indisches Sandelholz und Ylang-Ylang.

Anflüge von Erschöpfungszuständen lassen sich unter anderem mit Atlaszeder,
Basilikum, Jasmin und Melisse in den Griff bekommen.
Für einen wohlriechenden Antistress-Cocktail gebe man zwei Tropfen Benzoe Siam,
vier Tropfen Bergamotte und drei Tropfen Sandelholz in das Wasser einer Duftlampe.
Dieses Rezept stammt ebenso aus dem Buch „Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis“
(Stadelmann-Verlag 2013) wie jenes für ein Brust- und Rückenöl zum Einreiben bei einer Erkältung:
sieben Tropfen Cajeput, vier Tropfen Eucalyptus globulus, fünf Tropfen Latschenkiefer in 50 Milliliter Sesamöl.

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Wer von einem ätherischen Öl solche Benefits will,
sollte aber keinen billigen Ramsch  um zwei, drei Euro kaufen.
„Gepanschte Billigware hat keinerlei Wirkung, sie kann sogar
gesundheitliche Schäden nach sich ziehen“, warnt Steflitsch.
Rötungen, Blasen auf der Haut, Kreislaufprobleme,
Übelkeit und Kopfschmerzen können die unerwünschten Folgen sein.

Naturreines Öl. Daher sollte man beim Kauf auf die Bezeichnung
„100% naturreines ätherisches Öl“ achten.
Sie erklärt, wieso manche Duftöle so teuer sind:
Für ein Kilogramm Rosenöl benötigt man 5000 Kilogramm Rosenblüten.

Das bedeutet, dass 30 aufgeblühte Rosenblüten nur einen Tropfen ätherisches Öl liefern.
„Für einen Milliliter Rosa damascena muss man mit 30 bis 40 Euro rechnen“,
vermerkt Steflitsch. Qualitativ hochwertiges Lavendelöl ist hingegen schon ab rund zehn Euro zu haben.
Man braucht auch „nur“ 120 Kilogramm Lavendelblüten für ein Kilo Lavendelöl.

„Lavendelöl ist bestens erforscht“, weiß Steflitsch.
Es beruhigt, senkt den Blutdruck, sorgt für besseren Schlaf, steigert die Aufmerksamkeit,
baut Stresshormone ab, hellt die Stimmung auf und ist außerdem schmerzstillend.

Laut einer Studie koreanischer Wissenschaftler gehören
Lavendel- und Eukalyptusöl zu den stärksten Schmerzstillern.

Eukalyptus zeigte sogar eine stärkere
analgetische Wirkung als eine adäquate Dosis Paracetamol.
Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen können auch Morphin-Rezeptoren
besetzen und auf diese Weise schmerzstillend wirken.

„Mit Teebaumöl lassen sich kleine, schmerzhafte Entzündungen am Zahnfleisch behandeln,
sodass sie schnell abklingen“, schreibt Irene Dalichow in „Die Heilkraft ätherischer Öle“.
Auch Lorbeeröl hilft gegen Schmerzen.
Über seine ausgeprägte schmerzlindernde Wirkung und seinen Einsatz
bei rheumatischen Beschwerden und bei Ohrenschmerzen von Kindern
berichtet Eliane Zimmermann in „Aromatherapie.
Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle“.

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