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Wildkräuter in Gefahr

DostDie industrielle Landwirtschaft hat die wilde Ackerflora vielerorts vernichtet. In einigen Bundesländern versuchen nun Bio-Bauern, gefährdete Wildkräuter wieder anzusiedeln.

Um den Artenrückgang auf Wiesn und Feldern zu stoppen, können bayerische Bio-Betriebe seit diesem Herbst etwas für die Wideransiedlung von Ackerwildkräutern tun. Der Verein biolog und seine Projektpartner Bioland sowie Neumarkter Lammsbräu betreiben eine gezielte Ausbringung von ursprünglichem Saatgut.

Dadurch konnten auf Öko-Feldern in der Münchener Schotterebene bereits gefährdete Arten wie Großer Frauenspiegel, Acker Steinsame, Rittersporn oder Acker Lichtnelke ausgesät werden. 2015 sollen Äcker im Fränkischen Jura folgen.

Eine „starke Allianz von Naturschutz und Landwirtschaft“ verlangt denn auch die Präsidentin für Naturscharschutz Beate Jessel.

Und der Deutsche Naturschutztag fordert, dass die „Landwirtschaft den Erhalt der biologischen Vielfalt gewährleisten muß“.

Immer mehr Biobauern unterstützen Projekte für den Erhalt von Wildpflanzen. So hat der BUND bei Hannover sieben „Naturschutzäcker“ gepachtet, die von einem Bio-Landwirt bestellt werden.

Sogar bundesweit vom Aussterben bedrohte Kräuter, der Ysopblättrige Weiderich und der Acker-Kleinling, wachsen nun dort.

Und das Vorhaben „100 Äcker für die Vielfalt“ will ein Netz von Äckern schaffen, auf denen neben der eigentlichen Kultur Adonisröschen, Lämmersaat oder Sandmohn gedeihen. Landwirte und Naturschützer haben bereits Flächen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen reserviert.

Beim Ansiedeln von Wildkräutern sind Bio-Höfe im Vorteil, da keine Pestizide ausgebracht werden, doch ein Selbstläufer sind Wildkräuter auch dort nicht. Denn auf den nach 1990 auf Öko umgestellten Höfen gibt es keinen Samenvorrat im Boden.

Und da Getreidesaatgut auch im Öko-Landbau stark gereinigt ist, haben seltene Pflanzen kaum Chancen. Nur auf alten Bio-Höfen stimmt die Vielfalt noch.

Ohne Wildkräuter keine Tiere.

Von den rund 1200 auf Äckern lebenden Tierarten sind laut BUND 90% verschwunden oder arg dezimiert. Denn Rebhuhn, Feldhamster oder Perlmuttfalter geht die Nahrung aus. Sie sind auf Ackerwildkräuter angewiesen.

Die aber sind von der industriellen Landwirtschaft oft fast ausgerottet worden. Seit der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gingen sie um 90% zurück. Mit den Kräutern verschwinden auch Insekten, Vögel und Säugetiere.
Quelle: Schrot & Korn Nov.2014

Anmerkung: bei “Rezepte” finden Sie Anregungen für leckere Rezepte und einfache  Zubereitung für eine natürliche Ernährung.

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