Tipps bei Schlafstörungen

Aromatherapie und Tee

aromarin DuftlampeTipp 1: Aromatherapie
Die Anwendung von ätherischen Ölen hat eine lange Tradition und kann dabei helfen, das Wohlbefinden von Mensch und Tier zu steigern. Auch bei Schlafstörungen werden die wohlriechenden Pflanzenextrakte genutzt. Die flüchtigen Wirkstoffe können auf vielerlei Weise zum Einsatz kommen, denn man kann sie inhalieren oder auch einmassieren. Bei Schlafstörungen ist sicherlich Lavendel am bekanntesten. Das reine ätherische Öl wird in einer Duftlampe verdampft, als Raumspray genutzt oder als Zusatz in einem Massageöl verwendet.

Kräuterkissen mit Lavendel, Rose, Hopfen oder Melisse können ebenfalls zu einem gesunden Schlaf beitragen. Melisse hat einen festen Platz in der Naturheilkunde und ist ein guter Badezusatz, um ruhiger und ausgeglichener zu werden. Der Duft der Rose wird allgemein als entspannend und ausgleichend empfunden. Entspannen sollte sich der Schläfer übrigens auch im Hinblick auf seine tatsächlich geschlafenen Stunden: Nicht jeder braucht acht Stunden Nachtschlaf, es gibt auch Menschen, die mit nur sechs Stunden besser auskommen und ausgeruhter sind.

Tipp 2: Tee trinken
Die gleichen Pflanzen, deren ätherische Öle man in der Aromatherapie nutzen kann, wirken als Tee genossen gleich doppelt: Einmal über ihr Aroma, das den Geruchssinn stimuliert, und zum anderen durch die Aufnahme als Infus. Die Klassiker sind sicherlich Baldrian und Hopfen, die kombiniert mit Lavendel und Melisse noch wohlschmeckender und intensiver wirksam werden. Wichtig bei der Zubereitung eines Schlaftees ist, dass die Tasse während des Ziehvorgangs abgedeckt wird, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen.

Ätherische Öle statt Medikamente und Chemie

aromarin Badeöle
aromarin öle

An den Standorten Göppingen und Geislingen wird die komplementäre Aromapflege überwiegend in der Onkologie, den internistischen Stationen, in der Geburtshilfe oder in der Schmerztherapie angewandt.

„Die natürlichen Düfte und Essenzen der Pflanzen und die daraus gewonnenen ätherischen Öle unterstützen den Genesungsprozess und fördern auch die Selbstheilung“, sagt Susanne Joos.
Die ausgebildete und ärztlich geprüfte Expertin für Aromatherapie wird von den Ärzten und Pflegekräften gerne hinzugezogen, wenn es darum geht, den Patienten ganzheitlich zu betreuen – vom Frühchen bis zum Palliativpatienten.

Düfte und Gerüche haben eine tiefgreifende Wirkung auf den Menschen.
„Gute Gerüche stimulieren unsere Sinne. Sie wecken Emotionen und beeinflussen unser Befinden“, erklärt Susanne Joos.
Sie ist Pflegekraft – und seit zehn Jahren Aromaexpertin in der Göppinger Klinik am Eichert.
Sie war es, die auf Wunsch von Pflegedirektorin Margit Hudelmaier das Wissen ihrer Studiengänge und zahlreicher Fortbildungen an die Klinik  brachte.

Zu dieser Zeit war Susanne Joos mit ihrem Expertenwissen bereits im Landkreis Göppingen tätig, vor allem in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten. Mit viel Engagement schnitt sie ihr Konzept auf die Bedürfnisse der Klinikpatienten zu, erweiterte es und baute so die Aromapflege und die Hautpflegesprechstunde in den Alb-Fils-Kliniken auf.

Die Indikation zur Aromatherapie wird mit dem behandelnden Arzt oder den Pflegefachkräften besprochen. Dann legt Susanne Joos fest, welche Produkte für die aktuellen Beschwerden und Bedürfnisse des Patienten geeignet sind.
In regelmäßigen Abständen werden diese dann angewandt – sei es per Einreibung und Massage, als Raumduft, Kompresse oder bei Waschungen und Bädern. Diese zusätzliche Leistung wird von den Krankenkassen nicht finanziert, die Kosten tragen aber die Alb-Fils-Kliniken.

„Lavendel und Basilikum wirken schmerzstillend und beruhigend. Die Anwendung einer kampferhaltigen Ölmischung nimmt den Schmerz und fördert die Durchblutung.
Bei Schlafstörungen wende ich gerne Schlafsocken an, welche auf lavendelgeölten Füßen getragen werden“, erklärt Susanne Joos.
„Ätherische Öl-Produkte können gegen Beschwerden genauso eingesetzt werden wie gegen die Nebenwirkungen starker Medikamente, wie sie beispielsweise in der Krebstherapie zum Einsatz kommen.“

Die Expertin bietet einmal in der Woche eine onkologische Haut- und Wundpflegesprechstunde an. Ihr zusätzliches Wissen als Wundexpertin lässt sie auch in die sogenannte Wundensprechstunde einfließen, bei der Ärzte und Pflegekräfte sich eng absprechen, wenn es um die spezielle Versorgung von chronischen Wunden geht.

Die 51-Jährige schätzt die Aroma-Komplementärpflege als wichtige Ergänzung zu den vielfältigen schulmedizinischen Therapien.
„Ich bin Naturheilkundlerin, Chemie bekommen die Patienten genug“, sagt Joos.
Auch unruhige und ängstliche Patienten können von aromatherapeutischen Anwendungen profitieren.
„Damit reduzieren wir den Medikamenteneinsatz und erleben eine größere Patientenzufriedenheit“, betont Margit Hudelmaier.

Voraussetzung für eine wirkungsvolle Anwendung ist, dass es sich um hundertprozentig naturreine ätherische Öle handelt.
„Einen Teil davon lassen wir sogar nach eigenen Rezepten für unsere Klinik anfertigen“, erklärt Susanne Joos.
„Einige ätherische Öle haben auch die Eigenschaft, multiresistente Keime in Schach zu halten oder gar auszuschalten.“

Grundlagen der Aromatherapie

Ätherische Öle sind aromatisch duftende Öle von Pflanzen, die leicht verdunsten. Sie werden durch Destillation gewonnen.
Die Aromatherapie macht sich die Wirkung dieser Öle auf das Gehirn und das vegetative Nervensystem und damit deren Einfluss auf die Stimmungslage zunutze.
Hauptbestandteil sind so genannte Monoterpene, die stimulierend und konzentrationsfördernd, aber auch stimmungsaufhellend und angstlösend wirken.

Außerdem haben ätherische Öle direkten Einfluss auf den Körper und seine Organe:
Die Monoterpene dringen leicht durch die Membran von Haut und Schleimhaut.
Dadurch gelangen sie in die Blutbahn. Im Körper wirken sie entzündungshemmend und antibakteriell,
aber auch schmerzstillend und anregend.
Der Name Aromatherapie geht zurück auf den französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé,
der die Heilwirkungen dieser Öle untersuchte und seine Erkenntnisse 1936 unter dem Titel „Aromatherapie“ veröffentlichte.

Aromatherapie bietet Heilsame Düfte

Aromaöle duften nicht nur herrlich,
sie werden auch immer häufiger
zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.
Die Auswahl an Ölen ist riesig und die
Qualität sehr unterschiedlich.

aromarin BadeöleWelche Öle sollten unbedingt in die Hausapotheke?
Und was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Massageöle, Wickel, Bäder oder Duftkompressen – Aromaöle lassen sich
unglaublich vielfältig einsetzen. “Ätherische Öle können die
Selbstheilungskräfte anregen, Schmerzen lindern oder Erkrankungen vorbeugen”,
sagt Aromatherapeutin und Heilpraktikerin Tuula Misfeld.
Die Leipzigerin hat einen ganzen Koffer mit unterschiedlichsten Düften
ins “Hauptsache Gesund”–Studio mitgebracht.

Duftöle für die Hausapotheke

aromarin DuftlampeÜber 450 verschiedene Aromaöle gibt es mittlerweile auf dem Markt.
Für die Hausapotheke tun es erst mal ein paar Klassiker:
“Pfefferminzöl hilft gut gegen Kopfschmerzen,
Bergamotte wirkt wie alle Zitrusöle anregend und stimmungsaufhellend”,
empfiehlt unsere Expertin. Lavendelöl ist zudem ein Allroundtalent,
das entspannend wirkt und einen erholsamen Schlaf fördert.

Wichtig für die Hausapotheke ist auch ein gutes Trägeröl.
“Ätherische Öle dürfen nicht pur auf die Haut aufgetragen werden.
Man sollte sie immer mit Mandel- oder Olivenöl mischen und
vor allem sparsam verwenden“, so Tuula Misfeld.

Hilfreiche Exoten

Erstaunlicherweise gibt es etliche Düfte, die kaum jemand kennt,
die aber häufig in der Aromatherapie eingesetzt werden.
Einer dieser “Exoten” ist Cajeput, ein Öl, das aus den Blättern der
Myrtenheide gewonnen wird. “Cajeput verwende ich gern gegen eine Erkältung.
Ich gebe zum Beispiel einen Tropfen auf den Schal, bevor es aus dem Haus geht.”
Das macht die Nase frei und wirkt schleimlösend.

Immortelle wird aus den Blüten einer mediterranen Strohblume gewonnen und gilt
als Heil- und Wundöl. Es hilft gegen Prellungen und schmerzhafte Schwellungen.
Und auch Neroli ist durchaus ein Öl für die “Hausapotheke für Fortgeschrittene”.
Es wird aus den Blüten der Bitterorange gewonnen und wirkt
stimmungsaufhellend und gegen Ängste.

Schneller Allergietest

Bedenken sollte man, dass Aromaöle allergische Reaktionen auslösen können.
Wer eine empfindliche Haut hat, sollte daher vor der Anwendung eine Kontaktprobe
in der Ellenbeuge machen. Dafür wird etwas Mandel- oder Olivenöl mit einem
Tropfen des Aromaöls vermischt. Diese Mischung trägt man dann in der Ellenbeuge auf.
“Wenn nach etwa 15 Minuten keine Rötung oder Juckreiz auftritt,
kann man das ätherische Öl bedenkenlos verwenden”, so Tuula Misfeld.

Qualität ist das “A und O”

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Beim Kauf von Aromaölen sollte man unbedingt auf die Qualität achten.
Preiswerte, synthetische Öle haben ein höheres Allergierisiko oder können
Kopfschmerzen auslösen. “Ätherische Öle sollten naturbelassen sein und keine
synthetischen Zusatzstoffe enthalten. Zudem muss die Ursprungspflanze
eindeutig auf dem Etikett verzeichnet sein”, empfiehlt Aromatherapeutin
Tuula Misfeld. Gute Öle haben zudem eine ausführliche Beschriftung,
auf der vermerkt ist, wie und wo das Öl gewonnen wurde.

Haltbarkeit beachten

Da sich ätherische Öle nicht ewig halten, sollte man sich auf der Flasche notieren,
wann man sie geöffnet hat. Teebaumöl beispielsweise wird schnell ranzig und
hält nur etwa sechs Monate. Kräuteröle wie Lavendel oder Pfefferminze halten
durchaus zwei Jahre. Damit die Öle nicht verderben, sollte man sie dunkel
aufbewahren und keinen großen Temperaturschwankungen aussetzen.

Rezept: Roll-on gegen Schnupfen

aromarin RollonDie schnelle Hilfe für Schnupfnasen. Eukalyptus macht die Nase frei,
Cajeput wirkt schleimlösend und Bergamotte belebend.
Mandelöl pflegt zudem die empfindliche Haut unter der Nase.

Zutaten:
10 ml Mandelöl als Basis
2 Tr. Cajeput
1 Tr. Eukalyptus radiata
3 Tr. Bergamotte
1 leerer Roll-on (Apotheke oder Reformhaus)

So wird’s gemacht:
Die Öle mit dem Mandelöl vermischen und in einen leeren Roll-on füllen.
Ein paar Mal hin und her wenden, damit die Kugel gut befeuchtet wird.
Der Roll-on kann mehrfach täglich unter die Nase gerieben werden.
Praktischerweise passt er in jede Tasche und ist damit ein guter Helfer für unterwegs.

Rezept: Aroma-Fußbad gegen Erkältung und Kopfschmerzen

Wenn die Füße eiskalt sind und der Kopf dröhnt,
ist wahrscheinlich eine Erkältung im Anmarsch.
Ein warmes Fußbad heizt dann ordentlich ein und
nimmt gleichzeitig den Druck aus dem Kopf.

Zutaten:
20 g Salz
5 Tr. Lavendel
3 Tr. Weißtanne
5 Tr. Zitrone oder Bergamotte
2 Liter warmes Wasser
Fußbadewanne oder Schüssel

So wird’s gemacht:
Die ätherischen Öle mit dem Salz vermischen.
Das Salz wirkt wie ein Emulgator und sorgt dafür,
dass sich die Öle gut mit dem Wasser vermischen.
Für das Fußbad das Badesalz in zwei Liter warmen Wasser auflösen.
Die Füße etwa 20 Minuten darin baden.
Quelle:https://www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-aromatherapie-100.html

Krebspatienten: Lavendel lindert Ängste

Eine Studie attestiert Lavendelöl eine
beruhigende Wirkung bei Patienten,
die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen

Eine Chemotherapie ist eine sehr drastische Behandlung und für jeden,
der sie machen muss ein sehr einschneidendes Erlebnis.
Die Idee, giftige Substanzen in den Körper zu pumpen,
der sowohl die kranken als auch die gesunden Zelle umbringen soll, ist belastend.

Die Frage vieler Patienten: Was könnten sie zusätzlich zu ihrer Behandlung tun.
Wohlbefinden ist ein Faktor, wenn es um Lebensqualität geht.

Eine türkische Studie ist der Frage nachgegangen, ob Patienten in
chemotherapeutischer Behandlung mit Lavendelöl eine Besserung ihrer
grundlegenden Angst zeigten. Die Antwort viel positiv aus,
ebenso verbesserte sich die Schlafqualität infolge der Behandlung mit Lavendel.

Die Ergebnisse bestätigen damit die bereits lange beschriebenen Effekte
des traditionellen Mittels und zeigen seinen Wert auch zur Unterstützung von Krebspatienten.

Über den Geruchssinn

Eine Krebsdiagnose ist ein großer Stressfaktor im Leben. Ängste,
Depression und Schlafstörungen belasten in der Folge häufig die
betroffenen Menschen. Einfache, nicht-medikamentöse Hilfen zur
Linderung von Stress und zur Verbesserung des Schlafs wären eine wesentliche Hilfe für die Patienten.

Lavendel gehört zu der Minze-Pflanzenfamilie, die bekannt für ihre
medizinischen Effekte ist.
Extrakte aus oder einfach getrocknete Lavendelblüten wirken beruhigend und
schlaffördernd. Frühere Studien zeigten, dass manche Inhaltsstoffe dabei auf
den Mandelkern, der auch Amygdala genannt wird, einzuwirken scheinen
und auf diesem Weg ähnlich wie manche sedierende Medikamente wirken.

Die Studie im Detail

Türkische Forscher führten eine randomisierte und kontrollierte Studie durch,
in der sie den Effekt einer Lavendelöl-Aromatherapie auf Ängste und
Schlafqualität bei Patienten in chemotherapeutischer Behandlung untersuchten.

teebaumöl

teebaumöl

70 Patienten wurde zufällig einer Aromatherapie mit entweder
Lavendelöl, Teebaumöl oder zur Kontrolle ohne Öl zugewiesen.

Angstsymptome und Schlafqualität wurden mithilfe standardisierter
Fragebögen vor der Chemo- und Aromatherapiephase und
anschließend ermittelt.

 

 

Bei der Ermittlung von Ängsten mit dem state-trait-Angstinventar werden Ängste,
Nervosität oder unangenehme Gefühle in akuten Situationen (vermeintlichen Gefahren,
sogenannte state-Angst) von Ängsten unterschieden,
die die Menschen täglich und über verschiedene Situationen hinweg verspüren
(sogenannte trait-Angst). Die trait-Angst ist also mehr ein Persönlichkeitsmerkmal,
das beschreibt, ob man generell ängstlich reagiert,
die state-Angst dagegen beschreibt mehr einen vorübergehenden Angstzustand.

In der Lavendel-Gruppe

Die akuten, situationsbezogenen state-Ängste vor und nach der Chemotherapie
unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen.
Die grundlegenden trait-Ängste dagegen waren messbar in der Lavendelgruppe verändert.
Auch die Schlafqualität änderte sich in der Gruppe mit der Lavendelöl-Aromatherapie.

Zusammenfassend zeigte sich demnach, dass die Patienten in chemotherapeutischer
Behandlung mit dem Lavendelöl eine Besserung ihrer grundlegenden Angst zeigten.

Ebenso verbesserte sich die Schlafqualität infolge der Behandlung mit Lavendel.
Die Ergebnisse bestätigen damit die bereits lange beschriebenen Effekte des
traditionellen Mittels und zeigen seinen Wert auch zur Unterstützung von Krebspatienten. (7.11.2018)
Quelle:  https://www.derstandard.de/story/2000090765005/krebspatienten-lavendel-lindert-aengste

PS: aromarin Teebaumöl enthält außer Teebaum auch Lavendel und Rosenholz.
Mit einer natürlichen Ernährung kann man sich viele dieser “Krankheiten”
ersparen und verhindern und sogar die Gesundheit wieder herstellen:

Schauen sie doch mal bei “Rezepten” vorbei, dort habe ich einfache
und schnelle und vor allem leckere Rezepte für sie.

Die Aromatherapie sorgt für Wohlbefinden

kommt allerdings auch in der medizinischen Praxis als Arznei zum Einsatz.

äthr.öle

Orange, Fichtennadel, Eukalyptus, Teebaum, Lavendel – schon beim Lesen dieser Pflanzennamen strömt einem ihr angenehmer Duft geradezu in die Nase. Erinnerungen werden wach und es verbreitet sich ein Gefühl des Wohlbefindens. Keiner unserer Sinne löst so viele Emotionen aus wie das Riechen.
Denn im Gehirn sind das für Gefühle und Gedächtnis zuständige limbische System und der olfaktorische Cortex – das Riechhirn – eng miteinander verbunden. Der Mensch nutzt diese Tatsache auf unterschiedlichste Art und Weise.

So bringt es die vorherrschende Jahreszeit etwa mit sich, dass Menschen wieder vermehrt zur Aromalampe greifen, um mit ätherischen Ölen dieser Gewächse für duftende Wärme in den Stuben und wohlige Erinnerungen zu sorgen.

Doch der Einsatz von riechenden Ölen hat im Laufe der Zeit in den Alltag der Menschen immer mehr Einzug genommen – auch unterjährig und nicht nur in den Haushalten. Die Aromatherapie hat sich die Extrakte aus der Natur nämlich zunutze gemacht, um auch Erkrankungen positiv zu beeinflussen.

Besänftigung der Götter

Seit Jahrhunderten gelten Düfte als Wohltat für Körper, Geist und Seele. Schon im alten Ägypten spielten Öle eine große Rolle bei religiösen Zeremonien. Mit ihnen reinigte man die Luft und besänftigte die Götter. Im antiken Griechenland und im alten Rom spielten Parfums und Räucherwaren ebenfalls eine wichtige Rolle bei Zeremonien. Die Entdeckung der Destillation erfolgte im heutigen Iran.

Hier entschlüsselte der Physiker Avicenna die Chemie hinter Parfums, die nicht auf Öl basieren. Im Mittelalter und in der Renaissance erweiterte sich die Verwendung von ätherischen Ölen.

Der Begriff Aromatherapie hingegen stammt erst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Etabliert hat ihn der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé. Er entdeckte die lindernden Eigenschaften von Lavendelöl, nachdem er seine verbrannte Haut versehentlich in ein damit gefülltes Gefäß steckte.

Öle wirken antimikrobiell

In Pflanzen selbst dienen die riechenden Substanzen zur Abwehr von Feinden, zum Selbstschutz, als duftende Falle für mögliche Beute oder auch zum Anlocken von Nützlingen, die die Fortpflanzung ermöglichen. Einige der Eigenschaften scheinen auch dem Menschen zugutezukommen.

Denn ätherische Öle wirken etwa antimikrobiell, erklärt der Wiener Lungenfacharzt und Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA) Wolfgang Steflitsch im Gespräch mit der “Wiener Zeitung”. “Sie wirken gegen Pilze, Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger sowie Parasiten.” Ihre Inhaltsstoffe zeigen unterschiedliche Effekte auf verschiedene Organsysteme – sie hemmen Entzündungen, lindern Schmerzen, fördern die Verdauung oder stärken die Psyche, betont der Experte.

Mittlerweile gebe es zahlreiche wissenschaftliche Studien, “die zeigen, auf welche Art und Weise die Inhaltsstoffe gegen Krankheiten und Beschwerden tatsächlich wirken”.

Einzelne ätherische Öle können bei chronischen Leiden, funktionellen Störungen, aber auch bei akuten Erkrankungen – manchmal alleine, oftmals ergänzend zur Schulmedizin – eingesetzt werden.

Die Wirkung auf Keime untersucht etwa Gerda Dorfinger, Fachärztin für Labordiagnostik und Präsidentin der ÖGwA, mittels einer speziellen mikrobiologischen Testmethode – dem sogenannten Aromatogramm. Krankheitserreger werden dazu mit einzelnen Ölen benetzt, um ihre Reaktion zu messen. “Es zeigen sich sogar Erfolge in der Behandlung von multiresistenten  Keimen”, so Dorfinger. Besonders bei der Besiedelung von Hautbereichen können die Öle, oberflächlich aufgetragen, ihre Wirkung entfalten.

Häufig kommen die Pflanzenstoffe auch in Kombination mit einer Antibiotikatherapie zum Einsatz und können wiederum deren Wirkung verstärken, betont Steflitsch.

Basis-, Herz- und Kopfnote                                                                                                                      

                                                                                                                                  

Die aromatischen Substanzen werden aus verschiedensten Blüten, Früchten, Nadelhölzern und anderen Pflanzenteilen durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Setzt sich der Dampf am Ende des Herstellungsprozesses wieder ab, bildet sich ein Hydrolat (Pflanzenwasser), auf dem das Öl schwimmt, erklärt die Aromapraktikerin Alexandra Breuss. Im Öl sind alle Inhaltsstoffe der Pflanze in hoch konzentrierter Form enthalten. Doch auch das Hydrolat – quasi das Nebenprodukt der Destillation -, das die wasserlöslichen Bestandteile der Pflanzen vereint, kommt in der Aromatherapie zum Einsatz.

In der Praxis werden einzelne ätherische Öle häufig miteinander kombiniert, um Körper, Geist und Seele Gutes zu tun. Eingeteilt werden sie in die Basisnote, Herznote und Kopfnote, skizziert die Expertin. Die Kopfnote ist entscheidend dafür, ob man einen Duft mag oder nicht. Er ist sofort riechbar, verflüchtigt sich allerdings sehr schnell. Zitone, Orange, Minze, Bergamotte oder Grapefruit sind typische Kopfnoten. Die Herznote wiederum ist lang anhaltend und bildet den eigentlichen Geruch des Öles. Sie steht – wie der Name schon zum Ausdruck bringt – in besonders enger Beziehung mit den Gefühlen. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Rosengeranie, Neroli, Lavendel, Kamille oder Eukalyptus. Die Basisnote vergeht als letzte der Duftbestandteile. Sie ist für gewöhnlich besonders intensiv und wird häufig als herb, spritzig oder moschusartig wahrgenommen. Verschiedene Hölzer und Vanille fallen zum Beispiel in diese Kategorie.

“Im Gespräch äußern die Klienten oft, welche Wehwehchen sie drückt. Ob sie Schlafprobleme haben, seelische Beschwerden oder sie den Kopf nicht mehr frei bekommen”, beschreibt Breuss ihren Alltag in der Praxis. Schon währenddessen versucht sie einzusortieren, welche Öle der Symptomatik entsprechen und dem Betroffenen helfen könnten. Vor dem Mischen ist auch die Art der Anwendung von Bedeutung. Zur Raumbeduftung werden die Extrakte pur vermengt. Für die Körperanwendung werden die Riechöle in sogenannte fette Öle – etwa Jojoba-, Mandel- oder Olivenöl – gemischt. Inhalationen, Massagen, Bäder oder auch Zäpfchen sind weitere Einsatzmöglichkeiten der Aromatherapie.

aromarin 3mal PflegeöleDie Bestandteile selbst werden etwa über die Haut und Schleimhäute aufgenommen und lösen Duftimpulse am Riechnerv aus.
Nach einer erfolgten Einreibung können die Inhaltsstoffe bereits nach 20 Minuten und bis zu drei Stunden lang im Blut nachgewiesen werden, erklärt Steflitsch. “Wenn ein Organsystem speziell behandelt werden soll, wird man die Anwendung so wählen,
dass der Ort, wo die ätherischen Öle aufgenommen werden sollen, möglichst nahe dem betreffenden Organ ist.”
Will man die Stoffwechselaktivität, also die Leber, beeinflussen, werden vom Mediziner etwa Leberdunstwickel empfohlen
und keine Inhalationen. Die Inhaltsstoffe der Extrakte seien auch so klein, dass sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
Das ist jene Schranke zwischen Hirnsubstanz und Blutstrom, die den Stoffaustausch im Zentralnervensystem kontrolliert.
Stoffe, die nicht dorthin gelangen sollen, werden üblicherweise am Durchtritt gehindert. Nicht immer erfolgreich.

Bei der Aromatherapie hat das einen “zusätzlichen, nützlichen Effekt”, so Steflitsch. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie lässt sich feststellen, welches Öl welche Bereiche vom Gehirn aktiviert oder auch beruhigt. Aus der Grundlagenforschung sei bekannt, auf welche Neurotransmitter die Inhaltsstoffe Einfluss haben und damit etwa weniger Schmerzbotenstoffe oder mehr entzündungshemmende Stoffe gebildet werden. Die Dosierung und Art der Anwendung sollte mit Experten abgeklärt, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Mittlerweile kommt die Aromatherapie in vielen Bereichen der Gesundheitspflege aber auch der Medizin zum Einsatz. Heilmasseure, Physiotherapeuten, Aromapraktiker, Hebammen, aber auch Ärzte wenden die Öle an, um für Wohlfühlen, Gesunderhaltung und die Bekämpfung von Krankheit zu sorgen. Medizin muss also nicht immer bitter sein, sie kann durchaus auch gut riechen.
Quelle: https://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wissen/mensch/992188_Dufte.html?em_cnt_page=2