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Das schmeckt unserer Haut

Forscher haben entdeckt: Ätherische Öle
werden auch über die Haut wahrgenommen.
GALA erklärt, wie sie wirken

Von vielen wird die Aromatherapie noch immer als dufter
Lebenshelfer und Stimmungsmacher verniedlicht.

Doch inzwischen kennt man immer interessantere Details.
Etwa dass Frauen, die einen Duft mit Grapefruit-Nuancen tragen,
von Männern als bis zu sechs Jahre jünger wahrgenommen werden.
Und dass blumige Duftnoten dafür sorgen, dass deren Trägerinnen
rund sechs Kilo leichter erscheinen.

Auch in Hollywood hilft der richtige Duftmix in Krisenzeiten:
Miranda Kerr bekämpfte damit unter anderem ihre Depressionen
nach der Trennung von Orlando Bloom, und Kirsten Dunst therapiert
mit ihren eigenen Rezepten alles von Schlaflosigkeit über Erschöpfung bis Lustmangel.

Sogar in der Tierwelt findet das Prinzip Anwendung – Affen fressen instinktiv
bestimmte duftende Heilkräuter, wenn sie unter Magenschmerzen leiden.

Jüngste Forschungen ergaben nun, dass dieselben Rezeptorstrukturen,
die wir in der Nase haben, um Gerüche wahrzunehmen, auch in der Haut zu finden sind.
“Diese Riechrezeptoren reagieren zwar auf dieselben Duftstoffe wie die Nase,
können aber keinen Duftreiz auslösen, weil sie ja nicht mit dem Riechzentrum
im Gehirn verbunden sind”,
erklärt die Aromatherapeutin Dr. Brigitte Schulthess.
“Dafür haben sie jeweils andere Funktionen.”

Welche das sind und wie die Aromatherapie für den Menschen sinnvoll eingesetzt werden kann,
untersucht ein Team um Prof. Dr. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Sandelholzöl in den Hautzellen die Wundheilung fördert.
Zudem entdeckten sie einen speziellen Riechrezeptor in den Pigmentzellen der Haut,
die das schwarze Melanin produzieren (es verleiht der Haut ihre Bräune).
Dieser Rezeptor wird von dem veilchenähnlichen Duft Beta-Ionon aktiviert,
der nach einer Kettenreaktion das Zellwachstum und die Melaninbildung reguliert.

Der Bochumer Riechforscher sieht weitere mögliche Anwendungen für den neu
entdeckten Rezeptor: “Mit seiner Hilfe könnten sich vielleicht Pigmentierungsstörungen
der Haut behandeln lassen, aber auch ein Einsatz in Bräunungsmitteln wäre denkbar.”

Wir kennen zwei Wirkweisen der Aromatherapie: zum einen die indirekte,
subjektive Wirkung, die durch Düfte ausgelöst wird, die man aus der Kindheit kennt
und im Gehirn mit bestimmten Emotionen abgespeichert hat.

Und zum anderen die pharmakologische Wirkung, die durch die Aufnahme des Moleküls
in unseren Körper über die Atmung mit der Lunge,
über die Haut oder beim Essen über Magen und Darm erzielt wird.

In Spas, Wellness- und Kosmetikprodukten erfordert die Aromenvielfalt viel Feingefühl.
Lavendel gilt als Entspannungsgarant, aber manche können das Aroma einfach nicht ertragen.
Prof. Hatt: “Schlucke ich Lavendel in einer Kapsel, stimuliert es über den Darm
und das Blut die Schlafrezeptoren im Gehirn, die mich einschlafen lassen.
Das funktioniert bei jedem gleich, als würde man eine Valium nehmen.”

Von den insgesamt 350 menschlichen Duftsensoren kommen etwa zehn Prozent in der Haut vor.
Und bei denen mit Hautrelevanz wiederum weiß man bisher nur von fünf,
durch welchen Duft sie aktiviert werden.

“Jetzt müssen wir weiter erforschen, was sie genau bewirken”, sagt Hatt.
Und empfiehlt: Solange die Effekte nicht bekannt sind, solle man hoch konzentrierte
Duftstoffe über zehn Prozent, wie sie in Parfums und Eau de Parfums enthalten sind,
nie direkt auf die Haut sprühen, sondern lieber auf Kleider und Haare.

Quelle: http://www.gala.de/beauty-fashion/beauty/aromatherapie–das-schmeckt-unserer-haut–21305510.html

 

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